Informationen zur Studie –
für Reha-Einrichtungen

Hintergrund

Zu den Folgen einer Brustkrebserkrankung gehören unter anderem:

  • Fatigue
  • Gewichtszunahme
  • Schmerzen
  • Ängste
  • Hitzewallungen
  • Schlafstörungen
  • Depressivität

(1, 2)

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Bedeutung von körperlicher Aktivität

Happy middle-aged women participating in an indoor fitness class, promoting health and social interaction.

Mehrere Studien haben bereits belegt, dass regelmäßige körperliche Aktivität einen positiven Einfluss auf die Symptome und Nebenwirkungen einer Brustkrebserkrankung und -therapie hat (3, 4).

Zielsetzung

Die Studie verfolgte das Ziel Rehabilitandinnen mit Brustkrebs mit Hilfe eines bewegungsfördernden digitalen Nachsorgeprogramms bei der regelmäßigen und eigenverantwortlichen Aufrechterhaltung körperlicher Aktivität zu unterstützen.

Methodik

Das Nachsorgeprogramm

Das Nachsorgeprogramm mit der Reha-Nachsorge-App (ReNaApp) setzt sich aus den folgenden Elementen des „Neuen Credo“ zusammen. Die theoretische Grundlage für die Intervention bildet das HAPA-Modell (Health Action Process Approach):

(7)

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Studiendesign

Die Studie wurde in 5 onkologischen Reha-Einrichtungen in den Jahren 2019 bis 2024 durchgeführt.

Folgende Kliniken waren an der Studie beteiligt:

  • AMEOS Reha Klinikum Ratzeburg
  • KMG Klinik Silbermühle Plau am See
  • Klinik Graal-Müritz
  • Ostseeklinik Boltenhagen
  • Asklepios Klinik Am Kurpark Bad Schwartau

Einschlusskriterien

Folgende Kriterien waren Voraussetzung für die Studienteilnahme:

Einschlusskriterien helfen dabei, die Studienteilnehmer*innen gezielt auszuwählen. Dadurch wird die Aussagekraft der Untersuchung erhöht und der Einfluss von unterschiedlichen Ausgangsbedingungen minimiert.

  • weibliches Geschlecht
  • vorhandenes Mammakarzinom
  • erwerbsfähige Person
  • Alter: 18-60 Jahre
  • Fähigkeit, eine App bedienen zu können
  • Anschlussrehabilitation
Three women with yoga mats enjoy conversation outdoors, promoting health and wellness.

Datenerhebung

Zu den folgenden drei Messzeitpunkten wurden die Rehabilitandinnen schriftlich befragt:

Die Rehabilitandinnen wurden zu folgenden Themen befragt:

Studienergebnisse

Für die statistischen Analysen lagen Daten von 493 Personen (IG: 199, KG: 294) vor.

51

Jahre

Ø
Alter der Personen

76%

erwerbstätig

94%

Ersterkrankung

70%

UICC-Stadium 1 oder 2

Studienergebnisse

Die IG und KG waren hinsichtlich soziodemographischer Merkmale und ihrer Ausgangsbelastungen miteinander vergleichbar.

Hinsichtlich der Lebensqualität, Teilhabeeinschränkungen und der Rückkehr zur Arbeit konnten keine wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden Gruppen festgestellt werden.

Allerdings zeigte die Untersuchung, dass die ReNaApp bei der langfristigen Umsetzung von körperlicher Aktivität unterstützen kann. Während die KG 12 Monate nach der Reha in einem ähnlichen Umfang körperlich aktiv war wie zu Reha-Beginn, steigerte sich das Aktivitätsniveau der IG statistisch signifikant.

Die Hälfte der IG-Teilnehmerinnen (N=95; 50%) nutzte laut Selbstangabe die Nachsorge-App in den 12 Monaten nach der Reha. Drei Viertel der Nutzerinnen bestätigten, dass die ReNaApp ihnen half, körperlich aktiv zu sein. 69% würden die Nachsorge mit der ReNaApp bei einem erneuten Reha-Aufenthalt wieder in Anspruch nehmen. Die Zufriedenheit mit der App-Gestaltung und der Funktionalität war unter App-Nutzerinnen hoch.

Exkurs

Darüber hinaus wurde eine qualitative Studie durchgeführt.

Eine qualitative Befragung bestätigte die gute Akzeptanz und grundsätzliche Machbarkeit des Nachsorgeprogramms. Die Rehabilitandinnen beschrieben die ReNaApp als hilfreich und leicht bedienbar, während das Reha‑Team die Implementierung insgesamt als erfolgreich einschätzte. Gleichzeitig wurden Optimierungspotenziale sichtbar, etwa bei Personalressourcen, digitaler Infrastruktur und einer klareren Zielgruppenauswahl, um Adhärenz und Wirksamkeit weiter zu stärken.

„Ich finde das Konzept absolut überzeugend, […] sich mit den eigenen Hürden auseinanderzusetzen, das glaube ich ist so – das überzeugt mich einfach und das passt bei uns auch sehr gut zu unserem Klinikkonzept […].“
Ärztin
Publikation

Weitere Details über die Studie

Originalarbeit:

Literaturnachweis

(1) So WKW, Law BMH, Ng MSN, He X, Chan DNS, Chan CWH, et al. Symptom clusters experienced by breast cancer patients at various treatment stages: A systematic review. Cancer Medicine. 2021;10(8):2531-65.

(2) Davis LE, Bubis LD, Mahar AL, Li Q, Sussman J, Moody L, et al. Patient-reported symptoms after breast cancer diagnosis and treatment: A retrospective cohort study. European Journal of Cancer. 2018;101:1-11.

(3) Fortner RT, Brantley KD, Tworoger SS, Tamimi RM, Rosner B, Farvid MS, et al. Physical activity and breast cancer survival: results from the Nurses‘ Health Studies. JNCI cancer spectrum. 2023;7(1).

(4) Baumann FT, Jäger E, Bloch W. Sport und körperliche Aktivität in der Onkologie: Springer-Verlag; 2012.

(5) Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms. 2021.

(6) Mishra SI, Scherer RW, Geigle PM, Berlanstein DR, Topaloglu O, Gotay CC, et al. Exercise interventions on health‐related quality of life for cancer survivors. Cochrane Database of Systematic Reviews. 2012(8).

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