Informationen zur Studie –
für Rehabilitandinnen

Hintergrund

Zu den Folgen einer Brustkrebserkrankung gehören unter anderem:

  • Erschöpfung (Fatigue)
  • Gewichtszunahme
  • Schmerzen
  • Ängste
  • Hitzewallungen
  • Schlafprobleme
  • depressive Verstimmung

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Bedeutung von körperlicher Aktivität

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 In der Reha spielt Bewegung eine zentrale Rolle. Doch auch danach ist es wichtig, aktiv zu bleiben, um die positive Wirkung zu erhalten

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A woman meditating peacefully outdoors in a lush green setting, promoting relaxation and mindfulness.

Zielsetzung

Die Studie untersuchte, ob ein digitales Nachsorgeprogramm mit einer Reha-Nachsorge-App (ReNaApp) Frauen nach einer Brustkrebserkrankung hilft, auch nach der Reha weiterhin körperlich aktiv zu bleiben. Ziel war es, sie langfristig zu regelmäßiger und eigenständiger Bewegung zu motivieren.

Ablauf Nachsorgeprogramm

Das Nachsorgeprogramm wird in die Reha eingebettet und umfasste folgende Schritte:

  • Einführungsgespräch zur Bedeutung von Bewegung bei Brustkrebs
  • Selbstständiges Ausfüllen eines Beobachtungshefts
    (Zum Beispiel: Welche Bewegungsangebote haben mir während der Reha gutgetan und Spaß bereitet? Was möchte ich zu Hause weitermachen? Welche Angebote gibt es an meinem Wohnort?)
  • Gruppenstunde zur Vorbereitung auf die Zeit danach (Zum Beispiel: Welche körperliche Aktivität möchte ich fortführen? Wie lange möchte ich pro Woche körperlich aktiv sein? Welche Hürden könnten mir begegnen? Welche Strategien möchte ich diesen Hürden entgegenstellen?)
  • begleitete Installation und Ausprobieren der ReNaApp
  • Nutzung der ReNaApp als digitales Bewegungstagebuch
  • drei persönliche Motivationsbriefe + „Brief an mich selbst“
Group of senior women dancing energetically in a fitness class promoting a healthy lifestyle.

Ablauf der Studie

Die Studie fand zwischen 2019 und 2024 in 5 onkologischen Reha-Kliniken statt. Zunächst nahmen alle neu aufgenommenen Patientinnen an der üblichen Rehabilitation und Nachsorge teil und bildeten damit die sogenannte Kontrollgruppe (KG). Nachdem genügend Teilnehmerinnen in diese Gruppe eingeschlossen wurden, wurden die Reha-Teams in den Kliniken speziell zum neuen Nachsorgeprogramm geschult. Anschließend wurden die Teilnehmerinnen für die zweite Gruppe, die Interventionsgruppe (IG), aufgenommen, die das Nachsorgeprogramm mit der ReNaApp erhielt.

Folgende Kliniken waren an der Studie beteiligt:

  • AMEOS Reha Klinikum Ratzeburg
  • KMG Klinik Silbermühle Plau am See
  • Klinik Graal-Müritz
  • Ostseeklinik Boltenhagen
  • Asklepios Klinik Am Kurpark Bad Schwartau

Wer konnte teilnehmen?

Damit die Ergebnisse der Studie möglichst verlässlich sind, wurden bestimmte Kriterien festgelegt.

Teilnehmen konnten Frauen, die:

Wann waren die Erhebungszeitpunkte?

Unrecognizable professional female psychologist writing on clipboard while sitting against client on blurred background during psychotherapy session in light office

Studienergebnisse

An der Studie nahmen insgesamt 493 Frauen teil (199 Nachsorgeprogramm mit ReNaApp, 294 Standard-Versorgung).

Studienergebnisse

An der Studie nahmen insgesamt 493 Frauen teil (199 Nachsorgeprogramm mit ReNaApp, 294 Standard-Versorgung).

76%

berufstätig

94%

Ersterkrankung

70%

Im frühen
Krebsstaidum

51 Jahre

76% berufstätig

76 % der Teilnehmerinnen waren berufstätig.
94% mit Ersterkrankung

94% der Teilnehmerinnen waren zum ersten Mal an Brustkrebs erkrankt.
70% im frühen Krebsstadium

70% der Teilnehmerinnen waren im UICC-Stadium 1 und 2.
51 Jahre

Die Teilnehmerinnen waren im Durschnitt 51 Jahre alt.
  • Lebensqualität und Rückkehr zur Arbeit waren in beiden Gruppen ähnlich
  • Frauen, die die Nachsorge mit der ReNaApp erhielten, bewegten sich ein Jahr nach der Reha deutlich mehr als zu Reha-Beginn
  • In der Kontrollgruppe mit der Standard-Versorgung blieb das Bewegungsniveau gleich

Nutzung der App nach 12 Monaten

  • 50 % nutzten die ReNaApp aktiv
  • 75 % der Nutzerinnen sagten, dass sie durch die App aktiv geblieben sind
  • 69 % der Nutzerinnen würden die ReNaApp bei einer erneuten Reha wieder nutzen
  • über 80 % der Nutzerinnen waren zufrieden mit der Bedienbarkeit, der Gestaltung und den Inhalten

Im Rahmen der Studie führten wir telefonische Interviews mit sieben Rehabilitandinnen durch, die die ReNaApp nutzten. Sie bewerteten die Anwendung überwiegend positiv, insbesondere Bedienbarkeit, Unterstützung und Zufriedenheit.
Einige nutzten die ReNaApp jedoch nicht, etwa aufgrund geringer Aktivität oder fehlendem Unterstützungsbedarf. Insgesamt bestätigte die qualitative Befragung eine gute Akzeptanz und Machbarkeit des Nachsorgeprogramms.
Das Reha‑Team schätzte die Implementierung als erfolgreich ein, während zugleich Optimierungspotenziale sichtbar wurden, etwa bei zeitlichen und personellen Ressourcen, digitaler Infrastruktur und einer klareren Zielgruppenauswahl.

Plus-size woman enjoying a workout session, talking on phone, and staying hydrated in a gym environment.
Publikation

Weitere Details über die Studie

Originalarbeit:

Rutsch, M., Hoffmann, AC., Steimann, M. et al. Evaluation einer bewegungsfördernden digitalen Reha-Nachsorge in der onkologischen Rehabilitation von Brustkrebspatientinnen. Präv Gesundheitsf (2025). https://doi.org/10.1007/s11553-025-01224-5

Rutsch, M., Deck, R. Akzeptanz, Machbarkeit und Optimierungspotenziale eines Reha‑Nachsorgeprogramms zur Bewegungsförderung in der onkologischen Rehabilitation – Eine multiperspektivische, qualitative Befragung. Rehabilitation (Stuttg) (2025). https://doi.org/10.1055/a-2705-0135

Literaturnachweis

(1) So WKW, Law BMH, Ng MSN, He X, Chan DNS, Chan CWH, et al. Symptom clusters experienced by breast cancer patients at various treatment stages: A systematic review. Cancer Medicine. 2021;10(8):2531-65. DOI: 10.1002/cam4.3794.

(2) Davis LE, Bubis LD, Mahar AL, Li Q, Sussman J, Moody L, et al. Patient-reported symptoms after breast cancer diagnosis and treatment: A retrospective cohort study. European Journal of Cancer. 2018;101:1-11. DOI: 10.1016/j.ejca.2018.06.006.

(3) Fortner RT, Brantley KD, Tworoger SS, Tamimi RM, Rosner B, Farvid MS, et al. Physical activity and breast cancer survival: results from the Nurses‘ Health Studies. JNCI cancer spectrum. 2023;7(1). DOI: 10.1093/jncics/pkac085.

(4) Baumann FT, Jäger E, Bloch W. Sport und körperliche Aktivität in der Onkologie: Springer-Verlag; 2012.

(5) Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms. 2021.

(6) Mishra SI, Scherer RW, Geigle PM, Berlanstein DR, Topaloglu O, Gotay CC, et al. Exercise interventions on health‐related quality of life for cancer survivors. Cochrane Database of Systematic Reviews. 2012(8). DOI: 10.1002/14651858.CD007566.pub2.

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