Informationen zur Studie –
für Rehabilitandinnen
Hintergrund
Zu den Folgen einer Brustkrebserkrankung gehören unter anderem:
- Erschöpfung (Fatigue)
- Gewichtszunahme
- Schmerzen
- Ängste
- Hitzewallungen
- Schlafprobleme
- depressive Verstimmung
(1, 2)

Zielsetzung
Die Studie untersuchte, ob ein digitales Nachsorgeprogramm mit einer Reha-Nachsorge-App (ReNaApp) Frauen nach einer Brustkrebserkrankung hilft, auch nach der Reha weiterhin körperlich aktiv zu bleiben. Ziel war es, sie langfristig zu regelmäßiger und eigenständiger Bewegung zu motivieren.
Ablauf Nachsorgeprogramm
Das Nachsorgeprogramm wird in die Reha eingebettet und umfasste folgende Schritte:

Ablauf der Studie
Die Studie fand zwischen 2019 und 2024 in 5 onkologischen Reha-Kliniken statt. Zunächst nahmen alle neu aufgenommenen Patientinnen an der üblichen Rehabilitation und Nachsorge teil und bildeten damit die sogenannte Kontrollgruppe (KG). Nachdem genügend Teilnehmerinnen in diese Gruppe eingeschlossen wurden, wurden die Reha-Teams in den Kliniken speziell zum neuen Nachsorgeprogramm geschult. Anschließend wurden die Teilnehmerinnen für die zweite Gruppe, die Interventionsgruppe (IG), aufgenommen, die das Nachsorgeprogramm mit der ReNaApp erhielt.
Folgende Kliniken waren an der Studie beteiligt:
- AMEOS Reha Klinikum Ratzeburg
- KMG Klinik Silbermühle Plau am See
- Klinik Graal-Müritz
- Ostseeklinik Boltenhagen
- Asklepios Klinik Am Kurpark Bad Schwartau
Wer konnte teilnehmen?
Teilnehmen konnten Frauen, die:
- an Brustkrebs erkrankt waren
- zwischen 18-60 Jahre alt waren
- arbeitsfähig waren
- eine Anschlussrehabilitation durchliefen
- ein Smartphone bedienen konnten
Wann waren die Erhebungszeitpunkte?
- zu Beginn der Reha
- am Ende der Reha
- ein Jahr nach der Reha

Was wurde erhoben?
- Symptome – z.B. Erschöpfung, Schmerzen oder Schlafstörungen
- Lebensqualität – wie sich die Frauen im Alltag fühlen
- Körperliche Aktivität – wie viel Bewegung im Alltag stattfindet
- Einschränkungen in der Teilhabe – z.B. im Berufsleben, im Sozialleben oder der Freizeitgestaltung
- Rückkehr zur Arbeit – ob und wann der Wiedereinstieg ins Berufsleben gelingt
Studienergebnisse
An der Studie nahmen insgesamt 493 Frauen teil (199 Nachsorgeprogramm mit ReNaApp, 294 Standard-Versorgung).
Studienergebnisse
An der Studie nahmen insgesamt 493 Frauen teil (199 Nachsorgeprogramm mit ReNaApp, 294 Standard-Versorgung).
76%
berufstätig
94%
Ersterkrankung
70%
Im frühen
Krebsstaidum
51 Jahre
Studienergebnisse
- Lebensqualität und Rückkehr zur Arbeit waren in beiden Gruppen ähnlich
- Frauen, die die Nachsorge mit der ReNaApp erhielten, bewegten sich ein Jahr nach der Reha deutlich mehr als zu Reha-Beginn
- In der Kontrollgruppe mit der Standard-Versorgung blieb das Bewegungsniveau gleich
Nutzung der App nach 12 Monaten
- 50 % nutzten die ReNaApp aktiv
- 75 % der Nutzerinnen sagten, dass sie durch die App aktiv geblieben sind
- 69 % der Nutzerinnen würden die ReNaApp bei einer erneuten Reha wieder nutzen
- über 80 % der Nutzerinnen waren zufrieden mit der Bedienbarkeit, der Gestaltung und den Inhalten
Exkurs

Weitere Details über die Studie
Originalarbeit:
Rutsch, M., Hoffmann, AC., Steimann, M. et al. Evaluation einer bewegungsfördernden digitalen Reha-Nachsorge in der onkologischen Rehabilitation von Brustkrebspatientinnen. Präv Gesundheitsf (2025). https://doi.org/10.1007/s11553-025-01224-5
Rutsch, M., Deck, R. Akzeptanz, Machbarkeit und Optimierungspotenziale eines Reha‑Nachsorgeprogramms zur Bewegungsförderung in der onkologischen Rehabilitation – Eine multiperspektivische, qualitative Befragung. Rehabilitation (Stuttg) (2025). https://doi.org/10.1055/a-2705-0135
Literaturnachweis
(1) So WKW, Law BMH, Ng MSN, He X, Chan DNS, Chan CWH, et al. Symptom clusters experienced by breast cancer patients at various treatment stages: A systematic review. Cancer Medicine. 2021;10(8):2531-65. DOI: 10.1002/cam4.3794.
(2) Davis LE, Bubis LD, Mahar AL, Li Q, Sussman J, Moody L, et al. Patient-reported symptoms after breast cancer diagnosis and treatment: A retrospective cohort study. European Journal of Cancer. 2018;101:1-11. DOI: 10.1016/j.ejca.2018.06.006.
(3) Fortner RT, Brantley KD, Tworoger SS, Tamimi RM, Rosner B, Farvid MS, et al. Physical activity and breast cancer survival: results from the Nurses‘ Health Studies. JNCI cancer spectrum. 2023;7(1). DOI: 10.1093/jncics/pkac085.
(4) Baumann FT, Jäger E, Bloch W. Sport und körperliche Aktivität in der Onkologie: Springer-Verlag; 2012.
(5) Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms. 2021.
(6) Mishra SI, Scherer RW, Geigle PM, Berlanstein DR, Topaloglu O, Gotay CC, et al. Exercise interventions on health‐related quality of life for cancer survivors. Cochrane Database of Systematic Reviews. 2012(8). DOI: 10.1002/14651858.CD007566.pub2.
