Neues Credo
Das Nachsorgeprogramm mit der ReNaApp basiert auf der Nachsorgephilosophie Neues Credo. Im Zentrum steht die Förderung eigenverantwortlicher körperlicher Aktivität durch frühzeitige Nachsorgeplanung. Das Neues Credo wurde in fünf verschiedenen Indikationen wissenschaftlich erprobt.
Nachfolgend finden Sie eine Übersicht über die Studienergebnisse:

Orthopädie
Die erste Studie zum Neuen Credo wurde bei der Indikation chronischer Rückenschmerz durchgeführt. Insgesamt wurden 166 Rehabilitand*innen aus drei Einrichtungen entsprechend des Nachsorgeprogramms begleitet (Interventionsgruppe), während Vergleichsdaten aus der Standardnachsorge für 368 Personen vorlagen (Kontrollgruppe).
Bei den Teilnehmenden der Interventionsgruppe zeigte sich, dass sie sich besser auf die Zeit nach der Reha vorbereitet fühlten und die Reha-Angebote intensiver nutzten. Im Vergleich zur Standardversorgung ergaben sich langfristig bessere Ergebnisse, zum Beispiel in Bezug auf Funktionsfähigkeit und Teilhabe. Dies spricht für eine verbesserte Nachhaltigkeit der Reha-Erfolge und einen erfolgreichen Transfer in den Alltag.
Kardiologie
Die dritte Studie zum Neuen Credo wurde in der kardiologischen Anschlussrehabilitation durchgeführt. Insgesamt nahmen 152 Rehabilitand*innen an der Interventionsgruppe und 165 an der Kontrollgruppe in vier Reha-Einrichtungen teil.
Die Umsetzung des Neuen Credos wurde durchweg positiv bewertet. Zwölf Monate nach der Reha war die Interventionsgruppe deutlich häufiger körperlich aktiv und betrieb mehr Ausdauersport als die Kontrollgruppe. Diese Ergebnisse deuten auf positive Langzeiteffekte hin, insbesondere im Hinblick auf körperliche Aktivität und Teilhabe.
Onkologie
Die fünfte Studie zum Neuen Credo wurde in der onkologischen Rehabilitation mit Brustkrebspatientinnen durchgeführt. Insgesamt nahmen 199 Rehabilitandinnen an der Interventionsgruppe teil, die ein Jahr lang mit der ReNaApp begleitet wurde. Die Kontrollgruppe bildeten 294 Rehabilitandinnen, die die Standard-Nachsorge erhielten.
Die Teilnehmerinnen der Interventionsgruppe konnten ihre körperliche Aktivität im Jahresverlauf steigern, was der Kontrollgruppe nicht gelang. Jede zweite Frau nutzte die App aktiv und 77 % von ihnen fühlten sich durch sie in ihrer Nachsorge unterstützt. Trotz vergleichbarer Ergebnisse bei Lebensqualität und Teilhabe deutet das Ergebnis auf ein Potenzial der digitalen Nachsorge zur Bewegungsförderung hin.
Psychosomatik
Die zweite Studie zum Neuen Credo wurde in der psychosomatischen Rehabilitation durchgeführt. Es wurden 91 Rehabilitand*innen mit depressiven Störungen in einer Reha-Einrichtung in Schleswig-Holstein rekrutiert.
Die Umsetzung des Neuen Credos wurde von den Rehabilitand*innen und dem Reha-Personal gut angenommen. Insbesondere fand das Bewegungstagebuch positive Resonanz. Im Vergleich zu einer historischen Kontrollgruppe zeigte die Interventionsgruppe mittlere bis große Effekte in Bezug auf psychische Belastung, Teilhabe und Lebensqualität. Erste Hinweise deuten auf eine verbesserte Nachhaltigkeit der Reha-Erfolge durch das Neue Credo hin.
Pneumologie
Die vierte Studie zum Neuen Credo wurde mit Rehabilitand*innen, die an chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) litten, durchgeführt. An der Interventionsgruppe nahmen 149 Personen teil, die Kontrollgruppe umfasste 135 Rehabilitand*innen.
Die Umsetzung des Nachsorgekonzepts wurde gut angenommen und unterstützte die Teilnehmenden bei der Aufrechterhaltung körperlicher Aktivität. Zwölf Monate nach der Reha übten deutlich mehr Personen der Interventionsgruppe regelmäßig Ausdauersport aus und hatten ihre persönlichen Reha-Ziele häufiger erreicht. Dies unterstreicht die Bedeutung des Neuen Credos für die nachhaltige Verankerung von gesundheitsförderlichem Verhalten im Alltag.
